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Handwerk
Wikinger
(respektive Anglo-Skandinavier) zogen nicht nur mordend und plündernd
an den Küsten entlang, sondern sie waren auch geschickte Händler
und Handwerker. Sie hatten gute Kunstschmiede, Weber, Glasbearbeiter,
Holzbearbeiter und -natürlich- Bootsbauer. Das alles können
wir nicht nachstellen, weil es an Zeit, Platz und Kenntnissen fehlt. Aber
es gibt Teilbereiche, in denen wir durchaus nachvollziehen können,
was diese Menschen damals mit ihren teils, aus heutiger Sicht, einfachen
Mitteln alles zu leisten imstande waren.
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Nähen
- Brettchenweben
- Lederarbeiten
- Holzarbeiten
Auch
anderes Handwerk möchten wir an dieser Stelle vorstellen, auch wenn
wir dieses noch nicht selbst gemacht haben. Aber wer weiß, was sich
in Zukunft noch ergibt...
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Keramik und Glas
-Metallschmuck (Silber und Bronze)
-Bein- und Knochenschnitzerei
-Schmiedearbeiten
Freikampf-Handschuhe
Da
wir viel freikämpfen, müssen besonders exponierte Stellen besonders
geschützt werden. Dazu gehören auch die Hände. Das Verstärken
unserer Handschuhe ist schon fast eine eigene Wissenschaft geworden: Wie
erreiche ich gute und dem Zweck angepasste Beweglichkeit mit größtmöglichsten
Schutz? Und wie sieht das Ganze noch halbwegs "A" aus? Wir sind
auf diese Lösung gekommen:
Man braucht dafür ca. 0.1 m2 Leder, nicht zu weich, ca. 4-5 mm stark.
1-2 billige Mousepads oder Fellreste als Polsterung und einen Handschuh,
der etwas zu groß ist, denn die Nähte sollten Platz haben und
gutes Garn (2-fach verzwirntes Leinengarn doppelt genommen genügt
nicht!)
Der große Teil kommt über Zeige- kleinen Finger, der halbringförmige
ist die "Manschette". Für den Daumen nimmt man 2 runde
Platten die schön über den Daumenteil des Handschuhs passen.
Das Verbindungsstück hat die ungefähre Form eines Muffins, die
Größe und Form wird der Beweglichkeit angepasst.
Man übertragt die Schnitte auf das Leder (geht gut mit Bleistift
auf der Hautseite, notfalls kann man radieren), und schneidet es zu. Gleichfalls
mit dem Mousepad, der allerdings etwas kleiner ausfallen muss, wie der
Lederteil.
 
Man ahlt die Löcher vor (es empfiehlt sich,
sämtliche Löcher vorzuahlen, die man braucht, später ist
das ahlen schwieriger)...
... und näht die Keile zusammen, bis das Ganze so aussieht.

Dann wird es an die Finger angenäht, 3 pro
Finger genügen vollauf. Das Leder soll über die Fingerspitzen
gehen, aber nicht zu sehr, da man dann nicht mehr greifen kann. Dann das
Mousepad reinstopfen und gegebenenfalls anpassen. Als nächstes kommt
die kleine-Finger-Seite dran. Man ist gut beraten, das Mousepad mit zu
nähen, irgendwo soll es schliesslich auch halten.
Ich habe auch hier das Mousepad mitgenäht. Der Zick-Zack Stich sollte
sich von alleine ergeben, wenn man eine ungerade Anzahl von Löchern
hat. Dann sieht das Ganze so aus wie auf dem nebenstehenden Bild.
Zum Schluss der Daumen: es ist Geschmacksache, ob man seinen Daumen von
vorne nach hinten oder umgekehrt aufnäht. Anfangen sollte man immer
oben.


Am
Schluss wird noch die Manschette geschlossen, und das Leder gut eingefettet,
da es durch das Biegen doch schon einer Belastung ausgesetzt wird.
Ich selbst kämpfe seit über einem Jahr mit dem Ding und muss
sagen, es hält prima, und schützt hervorragend.
¡ Muchas gracias a Quer !
Messerscheide
10. Jahrhundert:
Die Messerscheide
(Typ2A) ist an den Fund 15892 aus Hungate/York angelehnt. Da keine Gürtelschlaufe
oder ähnliche Aufhängung gefunden wurde, die Scheide jedoch
ein bearbeitetes Loch an einer Seite aufweist, habe ich dort ein einfaches
Lederband befestigt und zu einer Schlaufe gebunden. Die Umzeichnung des
Orginales, welches als Vorlage diente, ist aus Mould et.al. "The
Archeology of York; The Small Finds 17/16 Leather and Leatherworking in
Anglo-Scandinavian and Medieval York" entnommen.
 
Die
zwei Scheiden (die zweite vom selben Typ, aber in leicht abgeänderter
Form, am Orth schmäler und spitzer zulaufend) wurden für zwei
uns bekannte Reenacter gefertigt. Die dazugehörigen Messer wurden
von Schmied Keitel nach historischen Vorbildern aus dem 10. Jhd gefertigt.
Lederbälle:
Es ist anzunehmen, dass Spiele in
jeder Epoche einen fixen Bestandteil des menschlichen Lebens darstellten.
Nachfolgend sind 2 Rekonstruktionsversuche von Bällen aufgeführt.
1.:
Ball aus 2 Teilen
(angelehnt an Small Find No.: 15750/York aus Mould et.al., 2003. The
Archeology of York, The Small Finds 17/16 Leather and Leatherworking in
Anglo-Scandinavian and Medieval York)
  
2.:
Ball aus 3 Teilen
(angelehnt an Small Find No.: 157513 /York aus Mould et.al.,
2003. The Archeology of York, The Small Finds 17/16 Leather and
Leatherworking in Anglo-Scandinavian and Medieval York)
  
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